Cover zum Buch "Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben" von Roy Peter Clark

Gelesen / Rezensionen

Roy Peter Clark

Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben

Man kann einfach nicht genug (gute) Schreibratgeber lesen, finde ich.

Und man kann überhaupt nicht genug (gutes) Werkzeug haben, Ihr solltet mich einmal im Baumarkt erleben …

Schreiben ist ein Handwerk, das man lernen kann … steht am Klappentext.

Danke. Vor allem für das Wort „Handwerk“.

Zum Inhalt:

Roy Peter Clark tut genau das, worum ich oft gebeten werde (und was ich verweigere): Er gibt fünfzig Tipps für besseres Schreiben. Fünfzig „Werkzeuge“ gibt er Menschen an die Hand, beginnend mit ganz einfachen Dingen, wie: „Vermeide Adjektive und Adverbien“, „Starke Wörter am Anfang und ans Ende des Satzes platzieren“ und „Satzzeichen geschickt einsetzen“.

Dabei setzt er voraus, dass seiner Leserschaft die Grundregeln der Grammatik bekannt sind. Ich wische mir angesichts so einiger „Werke“ verstohlen ein Tränchen aus dem Augenwinkel. Aber das soll ja hier nicht Thema sein, was so alles auf dem Markt ist.

Zielgruppe:

Das Buch richtet sich hauptsächlich an Journalist:innen und Autor:innen, aber die meisten Werkzeuge eignen sich auch gut für alle, die im Alltag besser schreiben wollen.

Aufbau:

Das Buch besteht aus vier Teilen

  • Grundlegende Möglichkeiten, Texte zugkräftig zu gestalten
  • Stilistische Feinheiten
  • Planung des Textes und der eingesetzten Stilmittel, und
  • Arbeitsweise als Autor:in

Die Kapitel sind angenehm kurz, gut lesbar und humorvoll verfasst, umreißen ein bestimmtes Thema, bringen Beispiele aus Journalismus und Literatur, und am Ende gibt es ein paar Übungen.

Mein Fazit:

Dieses Buch bietet einen brauchbaren Überblick über Möglichkeiten, an Texten zu feilen, die eigene Arbeit kritisch (aber bitte erst beim Überarbeiten) zu betrachten, Geschichten zu planen, und insgesamt viele allgemeine Anregungen.

Ich persönlich schreibe vor allem beim ersten Durchlesen eines fertigen Textes sehr oft nur die Abkürzung „DGB“ hin. Sie steht für „Das Geht Besser“ (wobei ich noch nicht einmal eine Ahnung habe, was genau mir an der jeweiligen Stelle nicht gefällt). Da denke ich, kann mir dieser „Werkzeugkoffer“ sicher helfen.

Für Menschen, die beruflich mit gutem Schreiben punkten wollen, finde ich es ausreichend.

Für Anfänger könnte es ein guter Einstieg sein, weil sich rasch Erfolge zeigen – vor allem, wenn man die Übungen macht. Für Fortgeschrittene ist es meiner Meinung nach mehr eine prägnante Zusammenfassung von Stilmitteln, mit denen sich auch gut experimentieren lässt.

Ganz besonders angesprochen hat mich eine Passage in Kapitel 17: „Ideen aus den Ideen anderer“ (Nein, es geht hier nicht um die Aufforderung, von anderen abzuschreiben). Clark beschreibt, wie er von New York nach Alabama übersiedelt, und ihm da die generalisierten Sprachmuster der dortigen Radiomoderatoren aufgefallen sind. Da war nichts Regionales in deren Sprache, so, als wäre der Südstaatendialekt eine Schwäche, eine Krankheit. Das hat ihn dermaßen gestört, dass er darüber einen Artikel verfasst hat.
Ich liebe regionale Küche(n), ich liebe regionales Schreiben!

Zum Buch geht´s hier entlang.

Anmerkung: Das ist KEIN Affiliate – Link