#LoveWritingChallenge Tag 15: Liebe als Thema

In dieser Woche dreht sich alles um die Themen, über die wir schreiben. Heute also um das Thema „Liebe“.

Zuerst dachte ich natürlich an Herz-Schmerz-Liebe. Also das Übliche halt. Kennenlernen, verlieben, Komplikationen, Trennung und (hoffentlich) Happy End.
Ja, klar. Darum geht es bei mir auch. Was wäre denn ein Leben ohne sie? Ich finde, es wäre stark unterkühlt. Vor allem scheint mir persönlich, dass Liebe (als das Highlight aller sozialen Beziehungen) für Frauen besonders wichtig ist. Und ich Frau schreibe nun einmal für Frauen und über Frauen. Also geht es gar nicht ohne Liebe.

Liebe ist aber noch viel, viel mehr. Wir lieben unsere Haustiere. Wir lieben Pflanzen. Wir tun Dinge mit Liebe und Hingabe. Wir lieben bestimmte Werte im Leben – Werte wie Freiheit, Unabhängigkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen, Sicherheit …. Für diese Werte sind wir oft bereit, vieles aufzugeben, vieles zu tun.
Wie also kann es auch nur in irgendeinem Werk NICHT um Liebe gehen? Auch die ganz großen Werke oder anders: Gerade die ganz großen Werke, nicht nur in der Literatur, haben mit Liebe zu tun.

Bleiben wir aber beim Thema Liebe, so wie ich die Fragestellung verstehe.

Da gibt es diese Liebe, wie sie in den klassischen Liebesgeschichten vorkommt. Sie sieht ihn zum ersten Mal. Seine breiten Schultern, sein mystisches Aussehen, seine geheimnisumwitterte Ausstrahlung, die Schuld oder das Leid, das aus jeder seiner Bewegungen kommt, faszinieren sie. Und schon ist sie ihm rettungslos verfallen. Aber bis sie einander dann endlich selig in die Arme sinken, muss schon noch einiges passieren. Sonst wäre es ja kein Thema für einen Roman.
Nein, diese Art Liebe, die romantische Liebe, die bediene ich nicht.

Dann gibt es aber Liebe, wie auch im realen Leben. Ja, sie sieht ihn und er haut sie um. Und dann wird´s peinlich. Alte Muster treten auf. Sie spielt mit einer Locke – und vergisst dabei ihre Kurzhaarfrisur, dass sie gar nicht wirklich mit Locken spielen kann. Er klammert sich an sein Handy. Sie fiepst jämmerlich, nix  is mit „erotisches Timbre in der Stimme“. Beide reden Blödsinn. Er fährt beim Ausparken aus der eh ziemlich großen Lücke dem hinteren Auto auf die Stoßstange. Also alles real, nur eben überspitzt und karikiert.
Meine Helden sind alle nicht mehr ganz jung, sie haben schon ihre Schrammen, Seelennarben abbekommen. Maggie glaubt zur Sicherheit gleich gar nicht an die Liebe, sie hat daheim nur immer Kälte erlebt. Daher hat sie nur One-Night-Stands. Von einem Mann darf nicht einmal die Zahnbürste in ihrer Wohnung bleiben. Wie also soll sie erkennen, als es doch einmal Liebe ist?
Petra trifft nach Jahrzehnten wieder auf ihre erste Liebe, den sie nach einem Monat abserviert hat, weil sie Angst hatte, sie könnte etwas versäumen. Weiß nicht, was sie damals bei ihm angerichtet hat. Weiß aber schon längst: Sie hat nichts versäumt. Wie soll sie sein Vertrauen wieder bekommen?
Und natürlich Sandra. Nie wieder will sie jemandem die Socken waschen. Deswegen schon lieber einen Toy-Boy, das bleibt ja unverbindlich und nett.

Das ist die Art Liebe, die ich in meinen Geschichten unterbringe. Sie ist zwar nicht (!) das Kernthema (das kommt erst am Sonntag dran), aber sie gehört ganz unbedingt dazu. Sie ist – wie im realen Leben auch (nur eben überspitzt) – das Salz in der Lebenssuppe.

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