Oktober-Challenge Tag 19

Ab sofort wird alles anders: Struktur und Wendepunkte. Die #monstermässigenanovorfreude fragt heute nach den Wendepunkten in der Geschichte.
Oder zumindest der Grundstruktur. Ist es ein 3-Akter? Ja. Es wird zwei Wendepunkte geben, einen Midpoint und einen Showdown.
Die „Heldenreise“? Definitiv ja, aber die liegt sowieso jeder Geschichte zugrunde, jeder.
Und ja, – ich werde auch Blake Snyders Beat-Sheet „drüberlegen“ – aber erst, wenn der Erstentwurf fertig ist und ein paar Wochen rasten durfte. Was weiß denn ich schon jetzt, ob es präzise Seite 10 sein wird, an der Er und das Kernthema auftauchen?
Fact ist, die Wendepunkte haben auf jeden Fall etwas mit dem Kernthema zu tun. Mit „Vertrauen“. Die Heldin wird sich entscheiden müssen, ob sie vertraut oder nicht. Und das betrifft natürlich nicht nur die Liebe!

 

Morgen schenke ich dem Antagonisten eine Stunde. Ich denke, das gibt dann ein oder zwei Textschnipsel. Aber bevor ich mich mit dem schleimigen, hinterlistigen, intriganten … Widerling zusammen- und auseinandersetze, werde ich erst noch meinen neuen Mitbewohner füttern: Pit. Ein Foto und Näheres gibt es morgen zum Frühstück, versprochen!

Oktober-Challenge Tag 17

Modelliermasse, Pinsel und Farbe, viel Platz am Boden: die #monstermässigenanovorfreude will heute wissen, welche fünf Aspekte die Welt, in der die Geschichte spielt, zu einer besonderen Welt machen.

Bittesehr:

  • Ein Haus mitten im Wald, spiralförmig ziehen die Bäume um dieses Haus, um einen Zugang/eine Zufahrt zu schaffen.
  • Die nächste Ortschaft ist 2km, die nächste Stadt 5km entfernt; Es ist eine raue Gegend, sehr viel Wind.
  • Hier leben Haupt- und Nebenerwerbsbauern – sie bilden eine eingeschworene Gemeinschaft, sind verschlossen Neuen und Neuem gegenüber, wenn auch untereinander Feindseligkeiten herrschen.
  • Im Haus der Prota gibt es ein Geheimnis – eine Gewalttat oder einen Selbstmord – und deswegen (angeblich) einen Poltergeist.
  • Der Antagonist hat etwas mit diesem Geheimnis zu tun, genau wie der Vater des Baumfällers.

Reicht das?

Oktober-Challenge Tag 16

„Und nun zum Wetter: es gibt eine Sturmwarnung. Bitte verriegeln Sie Türen und Fenster, ketten Sie Ihr Auto an,  und bitten Sie jemanden, den Sie loswerden wollen, ganz dringend zu sich.“
Welche Kräfte wirken? So lautet die Frage heute #monstermässigenanovorfreude. (Ganz sicher bin ich nicht, ob ich die Frage richtig verstanden habe.)
Es wirkt die Natur, es wirken Naturgewalten. Auch wenn die Heldin in ihrer Kindheit in der Steiermark am Land aufgewachsen ist und sie kennt – Hagel, Sturm, Gewitter, Schnee, Hitze und Dürre – sie hat doch lange in der Stadt gelebt. Und das Klima hat sich gewandelt (ja, das ist auch Thema in der Geschichte). Sie wird Hilfe brauchen – und bekommen.
Es wirkt ein Antagonist. Der hätte das Haus mit dem Wald nämlich ganz gerne gehabt, konnte sich das aber nicht leisten. Aber wenn es ihm gelingt, sich ins Vertrauen (Kernthema) der Heldin einzuschleichen …. Und wenn es ihm gelingt, den einen oder anderen – nennen wir es – „Beweis“ zu liefern, dass sie froh sein kann, wenn sie ihm das Haus und den Wald  um die Hälfte dessen, was sie bezahlt hat, verkauft …
Und natürlich wirken Stürme aus dem Inneren. Liebe erfordert den Mut, dem anderen zu vertrauen, das ist nicht der einzige, aber der heftigste Konflikt, den sie durchmachen wird.

Ja, ich hol dann schon einmal das Ölzeug heraus.

Oktober-Challenge, Tag 12

#monstermässigenanovorfreude Tag 12:
Ein Held ist ein Held, wenn er sich stellt.
Heute geht es also darum, warum die Hauptfigur (bei mir eine Heldin, aber den Reim fand ich gerade so nett, also an alle Genderfreaks: nehmt es unisex), warum also die Hauptfigur Verantwortung übernimmt, warum sie es nicht einfach gut sein lässt oder Kompromisse eingeht, anstatt ihr Thema zu lösen. Bequemer wäre es allemal. Das könnte sie sogar, natürlich. Dann wäre die Geschichte aber nicht erzählenswert. Also wird sie es in Angriff nehmen, weil der Preis ihres Rückzugs zu hoch ist. Sie wird mit sich kämpfen; das Risiko, schon wieder verletzt zu werden, ist enorm. Sie wird natürlich auch verletzt, da bin ich sicher; aber Menschen sind soziale Wesen, sie brauchen Bekanntschaften, Freundschaften und Liebe. Sie wird Menschen wieder an sich heranlassen, wird Fehler machen, wird aufgeben wollen. Aber: da wäre dann noch -ich weiß noch nicht, wie er heißt-. Wenn sie aufgibt, dann gibt sie auch die Chance auf Liebe auf.
Nur – ich plotte nun einmal nicht so detailliert, dass ich heute mehr verraten könnte; ich gebe mir mit der Planung eine Richtung vor, und dann filme ich mit der Tastatur, was die Figuren tun. Sorry, kleines Planungsmonsterchen, aber was genau sie unternehmen wird, unsere Heldin, das erfahren wir im Lauf des November!
Wie sie tickt, das merken wir vielleicht morgen, wenn sie mit ihrem (oh, sie schüttelt den Kopf!), na gut, dann mit irgendeinem Monster (sie grinst, ich werte das als Zustimmung) kämpfen wird. Uuuund – Action :-)!

Oktober-Challenge Tag 7

Ja, wer bist denn du?
Woche 2 der #monstermässigenanovorfreude : wessen Geschichte erzähle ich? Wer ist dieser Mensch, was ist sein/ihr Kernbedürfnis, und wie reagiert sie, wenn sie in eine Situation gerät, in der das Bedürfnis nicht mehr erfüllt wird? Wer ist die Figur, die sich im Lauf der Handlung (die ich ja selbst noch gar nicht kenne) am meisten verändern wird?
Es ist die Geschichte einer Frau um die 50. Ihr größtes Bedürfnis: anderen vertrauen können. Werte wie Ehrlichkeit, Loyalität und Treue stehen bei ihr sehr hoch im Kurs.
Merkt oder vermutet sie, dass ihr Vertrauen missbraucht wird (später im Verlauf der Geschichte beginnt die Stressreaktion schon viel früher; nämlich sobald Gefahr droht, sie könnte jemandem vertrauen, sich öffnen, sich dessen Nähe wünschen), zieht sie sich zurück. Sie versteckt sich hinter einem Schild aus scheinbarer Gleichgültigkeit, Ironie und Stärke. Niemand soll sie (mehr) weinen sehen. Sie ist müde geworden, sie will nicht mehr kämpfen – aber genau damit verletzt sie andere, ohne es zu wollen und ohne es zu merken.
Nur zu dumm, dass sie mit Mauern nicht nur andere aus-, sondern sich selber einsperren wird …
Weiters dumm, dass sie irgendwann die Ketten nicht mehr spürt, nur einen diffusen Druck, den sie nicht zuordnen kann …

Da lauern ja noch ein paar recht interessante Fragen diese Woche auf mich, stelle ich gerade fest!

Challenge Tag 4: Das Setting

Die #monstermässigenanovorfreude will heute wissen, wo denn das neue Buch spielen wird. Der (Haupt-)Schauplatz des Geschehens. Der Ort, an dem wir Schreibverrückten 1.667 Wörter pro Tag verbringen werden. Das ist – vor allem bei meinem Schreibtempo – ziemlich viel Zeit. Zeit, in der ich mich wohl fühlen möchte.
Also spielt die Geschichte am Land. Sie spielt in der jetzigen Zeit, und sie spielt in dieser Welt und keiner, in der ich mich erst um das Erfinden neuer physikalischer Gesetze kümmern muss. Nein, es ist 2017, es ist Österreich, und es ist eine ländliche Gegend.

Auf Facebook ist mir vor ein paar Wochen ein Bild über den Weg gelaufen. Ein Haus, ganz alleine, drumherum Bäume in einer Reihe, wie ein natürlicher Zaun. Ein Haus, um Schutz zu finden; ein Ort, an dem man sich vor was-auch-immer verstecken, wovon auch immer erholen kann.
Fast zur gleichen Zeit haben mein Gärtner und ich beschlossen, alle, wirklich alle Nadelbäume auf meinem Grund auf einen Sitz zu Fall zu bringen, bevor es in den nächsten Jahren einer der Stürme tut. Zwölf Stück liegen jetzt in den Wiesen herum und warten, bis ich sie zerteilt habe. Ja, ich packe wahnsinnig gerne selber an, für mich sind Kettensäge und Kochlöffel kein Widerspruch. Ich habe viel fotografiert und beobachtet. Wie die Säge an einem Gurt von der Hüfte baumelt. Wie der Wipfel sich wehrt und dann doch endlich kippt. Wie 20-Meter Bäume, durch das Harz etliche Tonnen schwer, sich weigern, umzufallen, obwohl zwischen dem Keil- und dem geraden Schnitt nur noch ein paar Millimeter Fasern sind.
Ja, und genau das wird an diesem Schauplatz passieren – was genau, das habe ich zum Teil schon im Kopf, aber ich verrate es nicht 🙂

 

 

Oktober

November (nein, ich habe mich nicht im Kalender verirrt): Ein erster Schatten, mehr eine Silhouette, noch kaum zu erahnen im morgendlichen Dunst, doch ich erkenne ihn: Der NaNo naht. Und zur Einstimmung schon wieder eine Challenge. Die #monstermässigenanovorfreude – Vorbereitungen für 30 Tage Schreibwahnsinn.
Und hier Tag 1: Das Monster spricht.
Ernsthaft? 50k in 30 Tagen? Das ist doch völlig verrückt! Mit welchen Argumenten kann das Monster, das auf Deiner Schulter sitzt und Pessimismus verbreitet, bei Dir punkten? Warum solltest Du besser gar nicht erst Dein NaNoWriMo-Glück versuchen?

„Ach, ist es schon wieder soweit. Sicher, du hast ja auch nichts anderes zu tun. Abgesehen von Romanen und Kurzgeschichten, die noch zu überarbeiten sind. Die Anthologie deiner Gruppe – wann hast du gesagt, soll sie erscheinen? Wolltest du da nicht auch noch an der Homepage basteln?
Und wenn du aus dem Fenster schaust … – es wird nichts nützen, die Vorhänge zuzuziehen, im November ist schon so genug im Garten zu tun. Und heuer noch viel mehr.
Mit deinem Schreibtempo im 5 bis 6-Finger System brauchst du aber eh nicht lange, bis die 1.667 Wörter in die Tastatur gehämmert sind. Ich höre jetzt schon das Stakkato: ‚Klack. Klack.‘
Du, und einen Broterwerb gäbe es da auch. So ganz nebenbei.
Weißt du, ich versteh dich nicht. Jedes Jahr dasselbe Drama: du willst schreiben, willst was weiterbringen. Und meckerst über jede Kleinigkeit, die dich daran hindern will, schimpfst über die Reale Welt. Jaja, die sucht sich doch immer ganz genau den November aus, um dich zu quälen, das macht sie dir zu Fleiß.

Geh, sei doch nicht so unendlich dumm, was du unter Zeitdruck schreibst, das wird doch eh nur Mist. Schau, nutz lieber die paar gemütlichen Tage, und mach´s dir vor dem Fernseher bequem, leg ein paar Scheite in den Kamin, zünde Kerzerln an, lies ein Buch oder entspann dich in der Badewanne. Du hast dir das wirklich verdient.

Nein? Du willst unbedingt? Na dann. Aber du glaubst doch nicht im Ernst, ich mache den Platz auf deiner Schulter irgendeiner obskuren Muse frei!“

Nein, den Platz macht es wirklich nicht frei, mein Monsterchen. Es verliert nämlich immer fast das Gleichgewicht, weil es sich nach vorne beugt und mitlesen will. 🙂